Klopferer mit tierischer Unterstützung

(Artikel vom 23.12.2021 im Traunsteiner Tagblatt)

Ruhpolding – Weil die Menschen weniger rausgehen und Weihnachtsfeiern aufgrund der Pandemie größtenteils abgesagt wurden, überbrachten die Miesenbacher Trachtler ihre Weihnachtswünsche persönlich im Rahmen einer Klopferernacht. 

Es hätte sich vor einem Jahr kaum jemand vorstellen können, dass man heuer vor einer nahezu identischen Ausgangssituation stehen würde. Da hilft wohl nur noch, passend zur Adventszeit, das »Prinzip Hoffnung«. Heuer war man unter anderem in den Einöden und Weilern im Brandertal unterwegs. In Tirol ist es übrigens durchaus gebräuchlich, mit sogenannten »Anklöpfeleseln« über die Felder zu springen, um so die Fruchtbarkeit zu erneuern und im nächsten Jahr eine gute Ernte zu ermöglichen.

Die beiden Esel aus Lauter/Holneich, Stute Elsa und Fohlen Uschi, fügten sich bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt mit unglaublichem Rollenverständnis perfekt in die Szenerien vor den Haustüren ein. Die erhaltenen »Almosen« werden für soziale Zwecke verwendet.


Wochenlange Odysee: So geht es Esel Toni nach seiner heiklen Operation

(Artikel vom 23.01.2022 auf Chiemgau24)

Elsa mit Eselbaby Uschi und die zwei Eselmänner Toni und Apollo 13 leben im Stall von Tamara Schweidler und Elke Hofmann. Doch seit zwei Monaten gibt es ein Sorgenkind in der Runde: Toni musste sich einer komplizierten Operation unterziehen.
Bei Tonis Kastration gab es Komplikationen: Ein Gefäß wurde verletzt und der junge Esel wäre fast verblutet. „Die Nachsorge war sehr intensiv, doch die Wunde eiterte und wollte einfach nicht verheilen“, schildert Besitzerin Elke Hofmann gegenüber chiemgau24.de. „Toni hat Husten bekommen, der mit Medikamenten behandelt werden musste. Zu allem Übel hat sich eine Samenstrangfistel gebildet. Die konnte nur operativ in der Klinik Kirchberg bei Holzkirchen entfernt werden.“

„Toni hat gute Aussichten, wieder der Alte zu werden“

Die Eselbesitzerinnen durften keine Zeit verlieren: Am 19. Januar stand die OP an, die mit Anspannung und voller Hoffnung verfolgt wurde. Am Ende gab es gute Neuigkeiten: Toni hat den Eingriff überstanden, es geht ihm gut. „Uns ist ein
Stein vom Herzen gefallen, wir sind sehr glücklich“, erzählt Elke. Einige Tage muss er zur Beobachtung noch in der Klinik bleiben. „Das Ärzteteam mag er nicht mehr so gerne“, sagt die Besitzerin lächelnd. „Er freut sich schon auf sein zuhause und auf die anderen Esel. Aber da muss er noch bisserl durchhalten.“ Selbst wenn Toni dann wieder im heimischen Stall fressen darf, die Nachsorge wird noch einige Wochen in Anspruch nehmen.

Seit August 2020 setzen die beiden Besitzerinnen ihre Tiere im Rahmen der „Wanderwelten Chiemgau“ auch für Esel-Wanderungen ein. Zuspruch kommt dabei nicht nur von Familien mit Kindern. Ziel ist es gemeinsam mit dem Esel die Ruhe, die heimische Natur und die frische Luft zu genießen. Zusammen mit den Eseln werden die umliegenden Wälder, Moore und Wiesen erkundigt. Tamara Schweidler ist Sozialpädagogin mit dem Zusatz der Umwelt- und Erlebnispädagogik und sieht in den Eseln großes Potential für soziale Projekte: Im Sommer fand bereits ein zweiwöchiges Ferienprojekt auf dem Hof in Holneich (Lauter) statt, bei dem Kinder Landwirtschaft hautnah erleben konnten. Auch die Lebenshilfe ist regelmäßig am Hof zu Gast, um mit Pfeil und Bogen zu schießen und eine Blindengruppe hat sich schon zur Eselwanderung angemeldet.

„Esel sind nicht störrisch“, unterstreicht Tamara. „Sie sind nur sehr bedacht.“ Die Menschen könnten eine Menge von den Tieren lernen: „Je nach Laune sind die Esel eher langsam oder auch mal flotter unterwegs. Eine Eselwanderung soll aber grundsätzlich entschleunigend wirken und den Eselführer die Möglichkeit geben sich auf das Tier einzulassen. Geritten wird deshalb auf den Eseln nicht.“ Tamara und Elke freuen sich, dass auch Toni nach den ganzen Strapazen bald wieder bei den Wanderungen am Start sein wird. Geplant sind viele weitere Projekte für Jung und Alt. Zeit haben die beiden genug, denn Esel können bis zu
40 Jahre alt werden.


Crowdfunding Projekt „Esel Toni“ erfolgreich abgeschlossen

Über das StartNext Projekt

Finanzierungszeitraum:

11.01.22 10:03 Uhr – 06.02.22 23:59 Uhr

Realisierungszeitraum:

Erfolgreiche OP am 19.01.2022

Hier geht’s zum Projekt:

https://www.startnext.com/esel-toni?newPhase=draft#

Projektverlauf und Updates

20.01.22 – Die OP am 19.01.2022 verlief erfolgreich!
Die Samenstrangfistel hatte sich auf der linke Seite bereits zu einem Abszess verkapselt. Die rechte Seite war voll mit Narbengewebe, welches entfernt wurde. Toni hat jetzt eine Tamponage in der Operationswunde, wegen evtl. Blutungen. Die Wunde bleibt offen und soll von innen nach außen verheilen.Toni geht es nach der ersten Nacht gut, er frisst, das Herz ist ok, und das entnommene Gewebe wurde eingeschickt um zu wissen mit welchen Bakterien wir es zu tun haben falls nochmal was ist.

05.02.22 – Toni ist wieder Zuhause!
Die Wunde verheilt offen, wird täglich 2x von uns gespült und Toni bekommt täglich Antibiotika. Unser Esel Toni wird langsam wieder der alte, spielt mit Apollo 13, frisst und ist aufmerksam. Bald darf er wieder an den Eselwanderungen teilnehmen. Wir freuen uns, wenn die Wunde weiterhin ohne Probleme verheilt und Toni wieder ganz gesund ist.

22.02.2022 – Die Fundingsumme von StartNext wurde ausgezahlt

1.969,74€ sind durch Spenden für Esel Toni zusammengekommen. Wir freuen uns riesig, dass uns so viele Menschen unterstützt und uns eine riesen Last von den Schultern genommen haben. Gespannt warten wir auf die Rechnung von der Klinik in Kirchberg.

01.03.2022 – Schlechte Nachrichten und weiteres Vorgehen

Tonis Behandlung ist immer noch nicht abgeschlossen, da die Wunde nach wie vor eitert und sich nicht schließt. Es hat sich Granulationsgewebe gebildet, dies ist eigentlich ein gutes Zeichen, gleichzeitig jedoch tritt aus der Operationswunde immernoch Eiter aus. Um auf Nummer sicher zu gehen und eine erneute Abszessbildung auszuschließen wird eine Probe vom Wundsekret genommen und ins Labor geschickt.

10.03.2022 – MRSA Keime

Das Labor bestätigt, dass sich in der Operationswunde MRSA Keime befinden. Die multiresistenten Keime sind gegen alle Antibiotika resistent. Wir fühlen uns hilflos. Die Anweisung der Klinik: weiterhin täglich die Wunde spülen, Handschuhe tragen, Fieber Messen.

20.03.2022 – Die Wunde ist zu!

Toni hat es geschafft! Die Wunde ist geschlossen, nicht geschwollen, Toni hat kein Fieber. Uns fällt ein Stein vom Herzen! Langsam gewinnt er auch wieder Vertrauen zu uns und fängt an zu kuscheln und zu spielen. Er ist auch wieder fester Bestandteil der Eselwanderungen und genießt die Sonne auf der Eselkoppel.

24.03.2022 – Die Rechnung der Klinik ist da!

2.020,01€ für die Operation, Medikamente und Tagesvisiten in der Klinik in Kirchberg. Wir können die Summe mit den Spendengeldern begleichen.

Danke! Ohne euch wäre das nie möglich gewesen!